SCHNEIDEREI

Die Tracht im frühen Mittelalter der Wikinger und Slawen stellt uns bis heute vor eine große Herausforderung. Textile Funde dieser Zeit sind reichhaltig aber die Rekonstruktion auf eine bestimmte Tracht wird in der Archäologie vielfach umstritten. Aufgrund aktueller Techniken werden alte Publikationen neu aufbereitet, um daraus wiederum neue Erkenntnisse zu gewinnen. In unserem Darstellungszeitraum gab es nur wenige bildliche und keine schriftliche Quellen, da das geschriebene Wort erst mit Fortschreiten des Christentums an Bedeutung gewann. 

Wer genau hinschaut kann erkennen, dass Tracht und Geschmeide der einzelnen Sippenmitglieder unterschiedlich gewählt ist. Dies soll die Herkunft und gesellschaftlichen Status in der Gemeinschaft widerspiegeln.

Das Schneiderhandwerk vermitteln wir in Schulungen für Interessierte und präsentieren unsere Trachtenvielfalt überall dort, wo wir aufzufinden sind.

 

©2012

 

So bleiben uns die alten nordischen Sagen, die bildlichen Darstellungen an Bildsteinen und Wandteppichen, die textilen Realfunde in den Darstellungsgebieten sowie ein gewisser Interpretationsspielraum, wenn es um die Tracht der Wikinger und Slawen geht.

Was wir wissen, wenden wir an! So verarbeiten wir ausschließlich tierische und pflanzliche Fasern, wie Wolle, Leinen, Hanf, Brennnessel, Seide und andere Tierhaare. Unsere Tracht ist handgenäht und mit einer Reihe von rekonstruierten Sticharten zusammengehalten. Darüber hinaus nutzen wir ausschließlich Textile, deren Webmuster in unserer Zeit mit Textilfunden nachgewiesen wurden.